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Pressemitteilung

20.10.04 12:30

E-Commerce in Deutschland steigt auf 4,6 Mrd. Euro
Shopping per Mausklick boomt

Wiesbaden, 20.10.2004. Wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) am Mittwoch während einer Pressekonferenz im Rahmen des Deutschen Versandhandels-kongresses in Wiesbaden mitteilte, sind in den ersten drei Quartalen 2004 die Internetumsätze mit Waren, also ohne den Bereich der digitalen Dienstleistungen wie etwa Finanzdienstleistungen, Reise- oder Hotelbuchungen, um 28 Prozent gestiegen. Für 2004 rechnet der Präsident des Verbandes, Rolf Schäfer, mit einem Anstieg des E-Commerce in Deutschland auf 4,6 Mrd. Euro (2003: 3,6 Mrd. Euro), das sind 22 Prozent gemessen am gesamten deutschen Versandhandelsumsatz von derzeit knapp 21 Mrd. Euro und etwa 1,5 Prozent gemessen am Umsatz des gesamten deutschen Einzelhandels. Auch für die nächsten Jahre erwartet der Verband weiter steigende E-Commerce-Umsätze; bis 2006 auf einen Wert von 6,5 Mrd. Euro.

Die E-Commerce-Gewinner sind bekannte Namen und Marken aus der Offline-Welt und „First Mover“ im Bereich der pure player. Laut ACTA 2004, der jährlichen Studie des Institut für Demoskopie Allensbach, steht unangefochten auf Platz 1 nach Kundenzahl die Auktions-Plattform ebay, gefolgt nach Plätzen von den Top Ten-Händlern amazon.de, tchi-bo.de, otto.de, quelle. de, weltbild.de, neckermann.de, conrad.de, buch.de, fleurop.de, hei-ne.de. Im Jahr 2003 fanden sich neben ebay exakt dieselben Internetversender auf den 10 Spitzenplätzen. Die inzwischen 22,7 Millionen Internetkäufer bestellen am häufigsten Bücher. Es folgen CDs, Computer, Bekleidung und Schuhe, DVDs und Videos, Telekommunikationsprodukte, Spielwaren, Sportartikel, Haushaltswaren, Unterhaltungselektronik und Einrichtungsgegenstände.

Nach einer Umfrage des bvh unter seinen Mitgliedern trägt das Internet inzwischen überproportional zur Neukundengewinnung im Versandhandel bei. Während im vergangenen Jahr immerhin schon rund 15 Prozent der Neukunden online gewonnen wurden, liegt dieser Wert mittlerweile bei 19,5 Prozent. Fast 22 Prozent der Onlinekunden zählen zu den Unternehmensstammkäufern, bestellen also über mindestens zwei Saisons hintereinander aktiv. Der durchschnittliche Bestellwert der Online-Käufer liegt mittlerweile bei 156 Euro, nur knapp 10 Euro unter dem durchschnittlichen Bestellwert im Katalog.

Die Studie des bvh ergab außerdem, dass inzwischen schon 18,9 Prozent aller Bestellungen im Versandhandel per Internet getätigt werden. Am häufigsten wird aber nach wie vor per Telefon geordert (57,8 Prozent), gefolgt von den schriftlichen Bestellungen per Brief und Fax (20,6 bzw. 2,7 Prozent). Die größte Gruppe der Internetkunden bilden mit fast 30 Prozent die 30 bis 39-Jährigen. Der Anteil der weiblichen Internetkundinnen steigt mit mittlerweile 67 Prozent stetig an und nähert sich langsam dem Katalogbereich mit zur Zeit 78 Prozent.

Seit dem Jahr 2000 sind die E-Commerce-Umsätze von einer Milliarde auf heute 4,6 Milliarden angewachsen. „Beim Internet handelt es sich um einen Vertriebskanal mit ungeheuerem Wachstumspotential“, so bvh-Präsident Rolf Schäfer. „Dieser Vertriebskanal bietet uns ständig neue, schnell anpassungsfähige und damit kostengünstige Gestaltungsmöglichkeiten und wir erreichen gleichzeitig eine sehr junge Zielgruppe, die wir so an die Vertriebsform Versandhandel binden“.

Schäfer sieht viele Vorteile in der Verkaufswelt des Mausklicks. Direkte, kurzfristige Angebotswechsel, unmittelbare Weitergabe von Preisreduzierungen gerade bei technischen Artikeln mit starkem Preisverfall, saisonale Angebote oder Zusatznutzen durch ein umfangreiches Service- und Informationsangebot rund um die angebotenen Produkte. Und auch die Zahl der angebotenen Produkte im Internet ist fast beliebig auf viele Millionen ausdehnbar. Eine solche Fülle von Produkten und auch Informationen in einen Katalog zu drucken, wäre kaum möglich. Zumindest nicht, wollte man dennoch Übersichtlichkeit und ein schöne Anmutung des Kataloges gewährleisten. Beinahe von heute auf morgen können im Internet Angebotsdarstellungen verändert, ergänzt oder ausgetauscht werden. „Damit können wir uns auch flexibler an das ständig sich wandelnde Verbraucherverhalten anpassen“, so Schäfer.

Die deutschen Versandhandelsumsätze insgesamt sind zwischen Januar und September 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum konjunkturbedingt um 4,1 Prozent zurückgegangen. Davon stark betroffen sind die Universalversandhäuser mit einem Minus von 7,3 Prozent, während die Spezialisten 3,9 zulegen konnten. Für das Gesamtjahr erwartet die Branche einen Umsatzrückgang von zwei Prozent auf 20,6 Mrd. Euro ( 2004: 21,0 Mrd. Euro). „Das traditionell starke Weihnachtsgeschäft im Versandhandel sowie die steigenden Umsätze mit den neuen Medien werden die Umsätze in den letzten Monaten noch einmal ankurbeln“, so Schäfer.

Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Branchenorganisation für deutsche Katalog-, Internet- und TV-Versender. Der Verband vertritt seit 1947 die Interessen der Branche, inzwischen sind rund 210 Versender im bvh organisiert. Die deutsche Versandhandelsbranche setzt derzeit knapp 21 Mrd. Euro im Jahr um, davon entfallen 90 Prozent auf bvh-Unternehmen.




Dateien zum Download:
Pressemitteilung_E-Commerce_20.10.2004.doc
statistischer_Anhang10_2004.doc



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